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klimakroete.de seit 1996 präsentiert von Günter Voßwinkel
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Und hier nun der Wetterrückblick für Januar 2026 in Ahlen/Westf... Beobachtungen, besondere Ereignisse und steuernde Großwetterlagen bieten Hintergrundwissen:
gue Mit dem letzten Monat des Jahres 2025 ging es nochmal hoch her mit den Temperaturen. Erst zur letzten Dekade trieb der Winter seinen kalten Atem in unser Land.
Zuvor beflügelten die wiederholt meridional aufgestellten Luftdruckgebilde kältere Luftmassen weit im Westen von Kanada auf den Atlantik zu treiben und im Gegenzug subtropische
Warmluft von den südlichen Atlantikgewässern über Mitteleuropa hinweg ins südöstliche Europa zu führen. Bis zum 21. lag unsere Stadt in diesem Warmluftstrom.
Der abgelaufene Monat konnte mit mehr winterlichen Phasen aufwarten als wir dieses aus der jüngeren Vergangenheit kennen. Für Freunde des Schnees war am 4. sogar eine dünne,
durchbrochene Schneedecke von durchschnittlich drei Zentimetern am Start. Die Wetterkarte bildete am Boden ausgehend vom Polargebiet der Barentssee nach Skandianvien über
Osteuropa bis Mitteleuropa ein umfangreiches Tiefdrucksystem. Gegenspieler in Form von Hochdruckgebieten wirkten mit ihrem Einfluss von Grönland auf den Nordostatlantik mit
dem Hoch "Jasmin", das anfangs mit dem Hoch "Karen" über Südfrankreich in Form einer Hochdruckbrücke verbunden war. In einer zu Beginn Winkelwestströmung gelangte aufzunehmend
direktem Wege maritime Polarluft in unser Land. Die Höchstwerte bewegten sich im Kleingarten innerhalb der ersten Woche zwischen 0,3 und 3,6 Grad C. Je nach Bedeckungsgrad boten
die Nacht- und Frühstunden Minima von bis zu -3,7 Grad C in zwei Meter Höhe.
Mit dem Tief "Elli" aus dem Meeressektor westlich der Biskaya entsprungen und günstig vor einem Höhentrog gelegen blies dieser Wirbel als kleines Sturmtief am 9. über Südengland
aufgeschlagen mildere Regenwolken über unser Land. In 24 Stunden gingen bis zu 11 l/m² im Kleingarten nieder. Mit maximal 7 Grad C war es ein milder Tag. Mit einem Temperatursturz
um fast 9 Grad Kelvin am Folgetag setzten leichte Schneefälle ein mit der Bildung einer neuen, dünnen Schneedecke von rund 1,5 Zentimetern. Anschließend bildete das Hoch
"Bronco" über Skandianvien mit Druckanstieg eine Hochdruckbrücke, die mit einem Spanienhoch in Verbindung war. Mit Aufklaren trat in Ahlen strenger Frost auf, -11,1 Grad C
in zwei Meter Höhe. In Bodennähe zeigte das Thermometer -13,8 Grad C!
Auch wenn in 500 hPa ein Höhenrücken weite Teile Mitteleuropas und das Mittelmeer überdeckte konnte dieser die Warmluftadvektion und Tiefausläufer des Tiefs "Franka" dichtnordwestlich
von Schottland nicht vom Münsterland fernhalten. Hieraus entwickelte sich am 12. In der Früh eine gefährliche Gemengelage zwischen milder Höhenluft in 925 hPa von rund 2
Grad C und leichtem Frost in 2m Höhe und Bodennähe. Gefährliches Glatteis bildete sich. Tagsüber schmolz das Glatteis bei bis zu 5 Grad C. Weitere Regenfälle lieferten
insgesamt 7,3 l/m² Regen. Der Schnee war dann futsch. Diese milde Phase steigerte sich über die Monatsmitte hinaus mit Höchstwerten zwischen 10 und knapp 14 Grad am 17.
des Monats. Verknüpft mit einer sehr milden Südwestströmung mit Luftmassen aus dem Süden Spaniens war der östlich von uns liegende Höhenrücken, der über Polen weit nach
Russland reichte. Das Tief "Juliia" brachte am 16. 0,7 l/m² Regen.
Mit dem Blocking im Osten wurde der Trog westlich von England in die Länge gezogen. Das mündete schließlich am 18. in ein Cutoff-Höhentief über Spanien. Mit der weiteren
Erstarkung des Höhenhochs über Polen und der Ostsee bildete das Sibirienhoch einen Ableger namens "Christian" über dem südlichen Russland und der Ukraine. Mit der Drehung der
Luftströmung auf östliche Richtung sank die Temperatur auf kühlere Werte unter 6 Grad C. Dagegen kam es mit dem hohen Luftdruck ab zirka 300 Höhenmetern zu einer kräftigen
Inversion mit bis zu 9 Grad C. Bis zum 23. konnten der schwächelnde "Christian" über dem Schwarzen Meer und dem Balkan sowie das Sibirienhoch mit einem Hochkeil über
Nordskandinavien die rege atlantische Tiefdrucktätigkeit über England, Südwesteuropa und dem Mittelmeer mit unwetterartigen Regenfällen, fernhalten. Mit herrlichem
Sonnenschein ging es bis am 22. auf Höchstwerte zwischen 6 und 9 Grad C hinauf. Dagegen waren klare Nächte frostig. Zwischen -2 und -5 Grad C. Außerdem boten sich prächtig
klare Sternenbilder. Der Orion zeigte sich im Südosten besonders eindrucksvoll. Sogar Polarlichter waren durch kräftige Plasmawolken von der Sonne aus in Richtung Erde
geschickt über NRW am 20. sichtbar.
Glatteislage folgt merkliche Erwärmung
Für die weitere Entwicklung der letzten Januardekade prägten winterliche Wetterlagen das Geschenen. Erneut stand eine Blockierungslage über Russland und Skandinavien mit Hoch
"Daniel" auf der Agenda. Die rege atlantische Tiefdrucktätigkeit mit isolierten Sturmtiefs reichte in Form einer Rinne nach Südwesteuropa ins Mittelmeer. An der Nord- bis
Ostflanke dieser Tiefs wirkte mit östlichem Wind in flacher Bodenschicht kalte Festlandsluft. Dagegen wirkte mit den ablaufenden schwachen Störungen aus Westen milde Luft
in der Höhe. Das Produkt Eisregen am 24. Januar. Ab dem 26. brachten die Tiefs "Leonie" und "Norma" mit Warmluftaufgleitniederschlägen jeweils am 26. und 29. eine Schneedecke
von 4 und 5,5 Zentimetern. Die jüngsten Wintersportler nutzen rasch jeden Hügel für eine rasante Schlittenfahrt. Die Tiefstwerte bewegten sich morgens im Bereich
von -1 bis -3 Grad C und tagsüber zwischen 0 und +4 Grad C. Zum Ende des Monats wurde der Schnee somit langsam abgetaut.
Der Januar war in Ahlen insgesamt zu kalt. Nach der gültigen Referenzreihe 1961-90 lag die Monatsmitteltemperatur um 0,3 Grad Kelvin unter dem Durchschnitt. In Bezug auf die
jüngere Klimareihe von Ahlen von 1995-2024 betrug die Abweichung sogar -1,7 Grad Kelvin. Die höchste Temperatur gab es am 17. mit 13,7 Grad C. Die mildeste Nacht mit milden
9,7 Grad C gab es am 13. Januar. Die Anzahl der Luftfrosttage betrug 29 Tage. Bei der Regenmenge kamen insgesamt 52,7 l/m² zusammen. Also mit rund 79 % ein etwas zu trockener
Monat. Die höchste Tagesmenge lieferte der 9. Januar mit insgesamt 11 l/m². Zwischen 03:20 und 03:40 Uhr viel der meiste Regen mit 1,7 l/m². Mit dem Schneefallgebiet vom 28.
auf dem 29. bewegte sich die Niederschlagsmenge innerhalb von 20 Minuten meist zwischen 0,1 und 0,2 l/m² für mehrere Stunden. Ab 22:10 Uhr zeigten sich keine Niederschlagsimpulse
mehr. Der Sonnenscheinanteil im Kreis lag mit rund 58 Stunden rund 20 % über dem Durchschnitt der Reihe 1961-90. Der mittlere Luftdruck von 1005,3 hPa lag um zirka 9,2 hPa
unter dem mehrjährigen Durchschnitt. Einen etwas erhöhten Mittelwert zeigte sich bei der relativen Luftfeuchtigkeit von durchschnittlich 90 %.
Phänologie
Mit der vom 12. bis zum 22. mehrtätigen milden Phase mit Temperaturen von 6 bis knapp 14 Grad C konnte die Haselnuss ihre Pollen gut freisetzen. Außerdem gab es über
unserer Stadt am 13. die Sichtung einer kleineren Gruppe von Kranichen. Die ersten grünen Stängel von Narzissen ragten am 18. aus dem Boden im Kleingarten. |
gue
Da ich offensichtlich Aufgrund meiner vielfältigen naturwissenschaftlichen Neigungen und meinem häufigen Radfahren die Veränderungen in Flur und Fauna immer im Fokus habe ist mir
der Beginn der Instandsetzung des Werse-Radwegs zur Monatsmitte nicht entgangen. Ich greife nicht immer zur Tastatur, um bei Beschädigungen des naturnahen Raumes den Verursachern
die gelbe oder rote Karte entgegenzuhalten. Jedoch war für mich bei dieser Baumaßnahe klar: Einen Bericht an den heimischen Zeitungsverlag und meinen Hinweis über das
Online-Meldeformular der "ahlen.de" für wilde Müllkippen. Was hatte ich dort feststellen müssen: Der Anteil der entfernten Oberschicht aus Dolomitsand und einem Anteil
von vielleicht 15 % Grasnarbe und Boden wurden rechts und links des Werseweg in die Werseaue und angrenzenden Büschen entsorgt. Für mich war dieses Handeln eine Art
billige Schuttentsorgung und zudem ein ganz schlechtes Vorbild für die Öffentlichkeit wie man mit Müll umgeht. Für mich war dies Bauschutt! Nun, der Bericht dazu ist
am Donnerstag in den "Westfälischen Nachtrichten" abgedruckt worden. In meinem Umfeld erhielt ich über meine Funktion als handelnder "Wächter" unterstützende Reaktionen.
Die Antwort auf meine Einwände über das Online-Formular war ernüchternd. Nach Meinung des dort zuständigen Bauleiters der Stadt Ahlen Herrn Baigar sei "�das Material
Fachgerecht nach Bodenschutzverordnung seitlich zu lagern. � Es handelt sich hierbei um Grasnarben sowie Boden und kein "Bauschutt" wie von Ihnen vermutet. �"
Diese falsche Auffassung der Sachlage von Herrn Baigar hatte mich einen Tag später veranlasst die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Warendorf wegen dieser Angelegenheit zu
kontaktieren. Mit der Beschreibung des Falls und der Örtlichkeit bekam ich zwei Tage später, am 19.03.2024, die Antwort der Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde, Frau
Puppe: "Guten Tag Herr Voßwinkel, ich habe die Gemeinde darauf hingewiesen, dass der Dolomitsand zukünftig entsprechend zu entsorgen ist. �" Diese Antwort zeigt doch,
dass die Angelegenheit nicht so ordnungsgemäß erledigt wird wie von Herrn Baigar von der Stadt Ahlen glauben machen wollte. Grobe Ordnungswidrigkeiten wie die illegale
Entsorgung von Bauschutt können hohe Geldbußen nach sich ziehen. Ein Sonderbericht der Europäischen Union gibt hier die Richtlinie des Verursacherprinzips heraus: Der
Verursacher von Umweltschäden hat die entsprechenden Kosten zu tragen einschließlich der Kosten für Maßnahmen zur Beseitigung der verursachten Schäden. Ich meinerseits
werde mir jedenfalls bei der nächsten, nicht fachgerecht stattfindenden Instandsetzung dieses und ähnlicher Radwege entsprechende weitere Schritte vorbehalten.
- ©klimakroete.de � Günter Voßwinkel - 23.03.2024
gue