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klimakroete.de seit 1996 präsentiert von Günter Voßwinkel
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Und hier nun der Wetterrückblick für Februar 2026 in Ahlen/Westf... Beobachtungen, besondere Ereignisse und steuernde Großwetterlagen bieten Hintergrundwissen:
gue Der Februar bot mit der zeitweiligen Aufspaltung des stratosphärischen Polarwirbels bei rund 10 Hektopascal ein wiederholtes Vordringen polarer und arktischer
Luftmassen. Hier übten insbesondere Blockierungslagen über Grönland und Skandianvien in Bodennähe eine Verdrängung der atlantischen Tiefdruck- und Frontalzone weit nach Süden
in den mediterranen Mittelmeerraum aus. Dort kam es dann zu historischen Höchstmengen der Niederschläge. Bei uns sorgte wiederholt eine als Luftmassengrenze verortete
Tiefdruckrinne für einen Wechsel der Temperaturausschläge in den milden und frostigen Bereich. Insbesondere unser Bundesland NRW war dabei in zwei unterschiedlich
temperierte Luftmassenzonen unterteilt.
Zu Monatsanfang lenkte das Hoch DANIEL aus dem Endjanuar über Skandianvien in Schüben kalte Festlandsluft heran, so dass die Tageshöchsttemperatur am 3. nur knapp über 1 Grad
Celsius hinauskam. Die Tiefsttemperaturen bewegten sich fast durchgängig in der ersten Dekade im leichten Frostbereich bis -2,4 Grad C. Mit bis nahe 9 Grad C am 4. d.M.
zeigten die Temperaturen eine größere Schwankungsbreite. Hier spiegelte sich der Einfluss der regen Tiefdrucktätigkeit auf dem Atlantik und Südwesteuropa aus, wodurch
vorübergehend eine Tiefdruckrinne von der Bretagne bis in den Balkan reichte.
Mit neu steigendem Potential und dem Aufschlagen des Hochs "Emmeram" über Nordeuropa sowie des sich abschwächenden Tiefdruckeinflusses über West- und Südwesteuropa sorgte Advektion
wärmerer Luftmassen aus Süden und Südosten für einen deutlichen Anstieg der Lufttemperaturen bei strahlendem Sonnenschein. Am 7. Februar standen 14 Grad auf dem Thermometer.
Bis zum 11. konnte sich ein Temperaturniveau um 9 Grad C halten. Allerdings sorgte Tief "Tamara" für einsetzende Regenfälle. Mit dem Tief "Ulrika" vom Atlantik und deren
südliche Zugbahn über Niedersachsen hinweg etablierte sich eine neuerliche Luftmassengrenze, die mit kälterer Luft am 12. langsam im Kreis Fuß fassen konnte. Diese
Luftmassengrenze war in einen Bodentrog mit mehreren Tiefs eingefasst, eines davon "Viviana" westlich der Biskaya. Dieses wanderte mit einen ähnlich gelagerten Höhentrog ins
westliche Mittelmeer. Somit überquerte Mitteleuropa ein neuer Höhentrog ostwärts. Niederschläge gingen in Schnee über die am Abend des 15. eine dünne Schneedecke akkumulierten
konnte. In den
Frühstunden kamen vorübergehend bis zu 8,5 Zentimeter Schnee zusammen. Ferner waren die Nächte oft frostig mit -1 bis -7 Grad C. Mit Plusgraden um 7 Grad C schmolz das weiße
Vergnügen rasch dahin. In der Folge gab es eine Abfolge von Tiefdruckeinfluss und Zwischenhochs innerhalb einer polaren Luftmasse mit zeitweiligen Regenschauern oder leichten
Regenfällen. Tagsüber pendelten die Lufttemperaturen zwischen 3 und 5 Grad C. Die Nächte waren mit leichtem bis mäßigen Frost bis -5 Grad C ausgestattet.
Die große Umstellung der Großwetterlage ging mit einer Zonalisierung der Strömung am 20. einher. Am Boden etablierte sich nun für mehrere Tage eine Hochdruckzone und das Hoch
"Heiko" über Spanien, das am 25. zu den Ostalpen stolzierte. An der Westflanke kam es dann auf den Weiten des Atlantiks zu einer südwärts gerichteten Austrogung, so dass in 500
hPa ein schöner Warmluftberg von Frankreich nach Mitteleuropa gesteuert wurde. Mit zunehmend südlicher Strömung folgte ab dem 21. eine kontinuierliche Erwärmung der Luftmasse,
so dass die Nächte ebenfalls milder waren. Unser Land war aber an der Nordabdachung von "Heiko" anfällig für den Einfluss von Tiefs und ihren Fronten über England und der
Nordsee, so dass es zeitweise zu Regenfällen kam. Am 22. beispielsweise 8,8 l/m². Dafür erreichten die Tagestopwerte nun über 12 Grad C mit dem höchsten Wert von 20,5 Grad
C am 27. Februar. Mit der Achse des Höhenrückens über Polen und einem neuen Trog, der von England bis Spanien reichte, sorgte die subtropische Südwestströmung für sehr milde
Nächte von 9 bis knapp über 10 Grad C.
Das Gesamtergebnis für den Februar bei der Temperatur war ein deutliches Plus von 4,8 Grad Kelvin zu der Klimareferenzreihe 1961-90. Aber auch die junge Klimareihe 1994-2025 zeigt eine positive Abweichung von 1,2 Grad Kelvin. Die Monatsmitteltemperatur betrug im Kleingarten 5,1 Grad C. Das mittlere Maximum betrug 9,1 Grad C und das mittlere Minimum in 2m Höhe 1,7 Grad C. Das mittlere Minimum in 5 cm über dem Boden betrug im Kleingarten 0,8 Grad C. Die durchschnittliche Temperatur in 10 und 20 Zentimetern tiefe im Boden waren im Februar mit 4,1 Grad C einheitlich.
Bei der Niederschlagsspende lieferte der Februar ein ausgeglichenes Ergebnis mit 104 % der Durchschnittsmenge oder 50,8 l/m² Regen.
Der mittlere Luftdruck über Meereshöhe von 1013,8 hPa lag im Schnitt um 2,8 hPa unter dem mehrjährigen Durchschnitt. Bei der durchschnittlichen relativen Feuchtigkeit von 88 Prozent war dagegen ein höherer Wert von 7 % zu verzeichnen.
Phänologie
Zum Start in den Februar ging die Schwarzerle in Blüte. Zudem waren am 3. die Kraniche im Kreis unterwegs zu ihren Brutgebieten. Um dem 9. Februar brachten die blühenden
Krokusse im Kleingarten Farbe ins Umfeld. Mit der einsetzenden Milderung in der letzten Februardekade kamen am 22. erste Kröten aus ihrem Unterschlupf. Ab dem 25. waren
Zitronenfalter, Bienen und Hummeln im Kleingarten unterwegs. Am Monatsende lief der Rhabarber auf und die Grünlandtemperatursumme hatte im Kleingarten 139 Grad erreicht. |
gue
Da ich offensichtlich Aufgrund meiner vielfältigen naturwissenschaftlichen Neigungen und meinem häufigen Radfahren die Veränderungen in Flur und Fauna immer im Fokus habe ist mir
der Beginn der Instandsetzung des Werse-Radwegs zur Monatsmitte nicht entgangen. Ich greife nicht immer zur Tastatur, um bei Beschädigungen des naturnahen Raumes den Verursachern
die gelbe oder rote Karte entgegenzuhalten. Jedoch war für mich bei dieser Baumaßnahe klar: Einen Bericht an den heimischen Zeitungsverlag und meinen Hinweis über das
Online-Meldeformular der "ahlen.de" für wilde Müllkippen. Was hatte ich dort feststellen müssen: Der Anteil der entfernten Oberschicht aus Dolomitsand und einem Anteil
von vielleicht 15 % Grasnarbe und Boden wurden rechts und links des Werseweg in die Werseaue und angrenzenden Büschen entsorgt. Für mich war dieses Handeln eine Art
billige Schuttentsorgung und zudem ein ganz schlechtes Vorbild für die Öffentlichkeit wie man mit Müll umgeht. Für mich war dies Bauschutt! Nun, der Bericht dazu ist
am Donnerstag in den "Westfälischen Nachtrichten" abgedruckt worden. In meinem Umfeld erhielt ich über meine Funktion als handelnder "Wächter" unterstützende Reaktionen.
Die Antwort auf meine Einwände über das Online-Formular war ernüchternd. Nach Meinung des dort zuständigen Bauleiters der Stadt Ahlen Herrn Baigar sei "�das Material
Fachgerecht nach Bodenschutzverordnung seitlich zu lagern. � Es handelt sich hierbei um Grasnarben sowie Boden und kein "Bauschutt" wie von Ihnen vermutet. �"
Diese falsche Auffassung der Sachlage von Herrn Baigar hatte mich einen Tag später veranlasst die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Warendorf wegen dieser Angelegenheit zu
kontaktieren. Mit der Beschreibung des Falls und der Örtlichkeit bekam ich zwei Tage später, am 19.03.2024, die Antwort der Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde, Frau
Puppe: "Guten Tag Herr Voßwinkel, ich habe die Gemeinde darauf hingewiesen, dass der Dolomitsand zukünftig entsprechend zu entsorgen ist. �" Diese Antwort zeigt doch,
dass die Angelegenheit nicht so ordnungsgemäß erledigt wird wie von Herrn Baigar von der Stadt Ahlen glauben machen wollte. Grobe Ordnungswidrigkeiten wie die illegale
Entsorgung von Bauschutt können hohe Geldbußen nach sich ziehen. Ein Sonderbericht der Europäischen Union gibt hier die Richtlinie des Verursacherprinzips heraus: Der
Verursacher von Umweltschäden hat die entsprechenden Kosten zu tragen einschließlich der Kosten für Maßnahmen zur Beseitigung der verursachten Schäden. Ich meinerseits
werde mir jedenfalls bei der nächsten, nicht fachgerecht stattfindenden Instandsetzung dieses und ähnlicher Radwege entsprechende weitere Schritte vorbehalten.
- ©klimakroete.de � Günter Voßwinkel - 23.03.2024
gue